CRUMB

Bands & Projekte

CRUMB

1979–1980

Funkiger Rock mit dem Album „The Day When Mr. Goodbar“ (1979) und der Single „Rum, Coca Cola, Frisbee“ (1980).

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1973–1977: Viel Schweiß, viel Schmäh, viel Bühne

Im Dezember 1973 wurde CRUMB neu aufgestellt: die Gabler-Brüder, Wolfgang „Marc“ Berry, Leo Bei und Manager Deppo Stuhl – bewaffnet mit Bier, Wahnsinn und der völlig unvernünftigen Idee, die Beatles von Hietzing zu werden. Genau dieser Mix aus Größenwahn und Jugendenergie trug die Band durch die Jahre 1974 bis 1976 in einem Rutsch.

Leo Bei und Georg Gabler, Ende der 70er Jahre.
Frühe CRUMB-Jahre: Energie, Enge, Ehrgeiz.

Stuhl organisierte für damalige Verhältnisse absurd viele Auftritte: vom Audi Max über Häuser der Begegnung bis zu Orten, die heute wie Halbsatz-Legenden klingen – Kirchenwiese am Hietzinger Platz oder Stadtbahn-Station Meidling inklusive. Parallel lief die Eigen-PR über die Schülerzeitung Spectrum. Kurz: DIY, bevor man es so nannte.

Der vorläufige Höhepunkt kam mit dem Finale von Musik der Kontraste in der Wiener Stadthalle: Platz vier, aber ein klarer Fingerzeig. Musikalisch war CRUMB damals ein lauter Rock-Hybrid mit klassischer Schärfe durch Georg Gabler, schrägen Titeln wie „Born Alone“ und „Sexy Dressed Dove“ und genug Lautstärke, um sich einen treuen Mittelschul-Fankern zu erspielen.

1977 kam der Bruch: Die Gablers wollten mehr Jazz und Matura, Leo und Berry eher „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“. Das Projekt stoppte unsauber – aber nur, um kurz darauf mit neuer Wucht zurückzukommen.

Historische Konzertdaten

Dokumentierte frühe Auftritte von CRUMB in Wien und Umgebung.

Datum / Jahr Ort Venue
1972WienJazzland
1974WienHaus der Begegnung Floridsdorf
1974AKG
1975WienAudi Max, Uni Wien
1978WienBeethovenplatz (vor dem Denkmal)
22. 11. 2003WienAkademisches Gymnasium

1978–1981: Zwischen Disco-Schock, Punk-Lärm und Studioliebe

Wien taumelte Ende der 70er zwischen Disco-Glanz und Punk-Krawall, während Leo musikalisch längst breiter hörte: Soul, Jazzrock, Funk, frühe Rap-Impulse und weiterhin Rock im Blut. Aus dieser Reibung startete CRUMB 1978/79 einen neuen Anlauf – diesmal mit Flo Leibetseder (Congas) und Andi Schreier (Drums). Entscheidend: Plötzlich gingen erst die Studiotüren auf, dann jene der Plattenfirma.

CRUMB-Besetzung in den späten 70ern.
Die Band im Übergang Richtung Professionalisierung.

The Day When Mr. Goodbar wurde zum offiziellen Einstieg ins Musikgeschäft: hart kritisiert, aber auf Blue Danube Radio spürbar präsent. Keine glatte Rockplatte, eher ein hybrider, eigenwilliger Wurf – und gerade deshalb ein Zeitdokument.

Für Leo war die eigentliche Offenbarung jedoch das Studio selbst: Pulte, Bandmaschinen, Mikros, blinkende Rack-Geräte – Liebe auf den ersten Blick. 1980 folgte der Job als Assistent, inklusive Kaffee, Kabel und ersten ernsthaften Technik-Handgriffen. Dort begann jener Weg, der ihn später als Tontechniker prägen sollte.

1981 zerlegte eine Grundsatzdebatte die Band endgültig. Musikalisch wollte CRUMB wieder härter werden, die Plattenfirma weniger. Der Wechsel am Schlagzeug auf Georg Polansky brachte zwar Klasse, aber keine Stabilität. Ende der Band – Anfang eines neuen Kapitels für Leo.

Album: The Day When Mr. Goodbar... (1980)

Cover des CRUMB-Albums The Day When Mr. Goodbar...
Album-Cover „The Day When Mr. Goodbar...“ (Polydor, 1980).

Release: LP-Album.

  • Label: Polydor – 2376 110
  • Format: Vinyl, LP, Album
  • Land: Österreich
  • Genre: Rock, Funk / Soul, Pop

Die LP markiert den Wechsel von jugendlicher Bühnenband zum professionellen Studio-Act – inklusive Kanten, Mut und einer klar hörbaren Suche nach eigenem Stil.

Single: Rum and Coca Cola / Frisbee (1980)

Cover der CRUMB-Single Rum and Coca Cola / Frisbee.
Single-Cover „Rum and Coca Cola / Frisbee“ (Polydor/Mercury, 1980).
  • 1980 – CRUMB (Polydor 2048 264 – Österreich)
  • 1980 – CRUMB (Mercury 6005 066 – Deutschland)
  • A-Seite: „Rum And Coca Cola“ (3:15)
  • B-Seite: „Frisbee“ (3:22)
  • Aufgenommen im Motiva Studio, Wien

Nächstes Kapitel

1981: Leo Bei Solo im Roten Engel

CRUMB endet, aber die Geschichte geht direkt weiter: Der nächste Abschnitt führt in die Solojahre im Roten Engel – mit neuem Sound, neuer Bühnenrolle und erstem klaren Solo-Profil.

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